Modegeschichte des 19. Jahrhunderts

Mode des 19. Jahrhunderts
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Die Brandboxx-Fachmessen zeigen, was morgen und übermorgen angesagt sein wird. Doch was war eigentlich gestern und vorgestern? Die faszinierende wie wechselhafte Geschichte der Mode hat so manche spannende und durchaus überraschende Entwicklung zu bieten. Zeigte das 18. Jahrhundert noch eine spannende Mischung aus Evolution und Revolution, so verließ der Zeitgeist des Folgejahrhunderts den linearen Pfad komplett. Die Modegeschichte des 19. Jahrhunderts brachte vier große Strömungen – der eine oder andere wird vielleicht sogar von „Trends“ sprechen – hervor, die auf komplexe Weise ineinanderflossen.

Das Empire

Eine ungewöhnliche Epochenbezeichnung? Durchaus und doch so sinnvoll, denn diese imperialistische Phase, welche ihre Blütezeit von 1800 bis 1820 erlebte, dreht sich um Napoleons Kaiserreich. Entspricht förmlich und doch ausladend gestaltete sich die Herrenmode – ein geknöpfter Frack mit durchaus modernen, heutigen Hosen nicht unähnlichen Beinkleidern. Hosenträger, kniehohe Stiefel und Zylinder begleiteten diese überwiegend dunklen Outfits aus Leder und Leinen. Die Modegeschichte des 19. Jahrhundert zeugt ebenfalls von Wiederentdeckung. So zeigte sich die Damenwelt unter anderem von der griechischen Antike begeistert. Lange Gewänder mit tiefem Ausschnitt und prächtigen Verzierungen, begleitet von hohen Hüten, reflektierten Leichtigkeit.

Biedermeier

Hausbacken und konservativ – die Mode der Restauration ließ keine gewaltigen Sprünge zu. Entsprechend veränderte sich bei Mann nun relativ wenig. Weiterhin blieben die Farben dunkel, der Zylinder hoch. Ärmellose Mäntel hielten Einzug, der kniehohe Stulpenstiefel überließ seinen Platz jedoch dem Halbstiefel. Und für Sie? Ausladende Formen trafen auf immer noch flache Schuhe. Optisch in die Breite gezogene Röcke waren in und formten einen scharfen Kontrast zur stark geschnürten Taille. Schals und Tücher, Bänder und Blumenschmuck waren unverzichtbare Accessoires.

Ein zweites Rokoko

Mitte des 19. Jahrhunderts wechselte die Modegeschichte abermals die Fahrtrichtung und kultivierte einen Stil, der heute gerne als „Zweites Rokoko“ bezeichnet wird. So setze sich bei den Damen die Mischung aus weitem Rock und enger Taille fort, auf Bällen allerdings von weit ausgeschnittenen Kleider begleitet, während der Alltag auf Hochgeschlossenes setzte. Die Mantille, ein kurzer Mantel über dem Kleid, hielt ebenso Einzug wie die Stieflette und der Halbschuh mit hohem Absatz. Bei Herren erhielt der Zylinder Konkurrenz durch die Melone, Frack traf auf Sakko und Smoking. Die Hosen wiesen hingegen einen geraden, unspektakulären Schnitt mit Streifenmuster auf.

Willkommen in der Gründerzeit

Richtung Ende des 19. Jahrhunderte zeigte die Modegeschichte der Epoche ein besonders vielschichtiges Bild. So veränderte sich bei den Herren so gut wie nichts. Das Sakko hatte Frack und Hemd fast vollständig verdrängt, die Hutmode wurde durch die Kreissäge, ein flacher Strohhut, ergänzt, während sich die Schuhe vermehrt zuspitzten. Frauen „freuten“ sich hingegen über eine stilistische Neuausrichtung. Röcke verkehrten sich ins Gegenteil und wurden so eng, dass sie beim Gehen sogar Probleme bereiteten – in Begleitung von weiterhin engen Miedern, welche die Oberweite förmlich nach oben drückten. Verzierungen nahmen ebenso zu wie die Höhe der mittlerweile schmaleren und spitzeren Schuhe.

Die sehr wechselhafte Modegeschichte des 19. Jahrhunderts lässt Trends für die Gegenwart erkennen, die selbst heute im Retro-Chic zumindest auszugsweise aufgegriffen werden. Ist Retro heuer in? Oder darf es hypermodern sein? Finden Sie es heraus als Fachbesucher bei den kommenden Brandboxx-Messen und richten Sie Ihre Akkreditierungsanfrage an das Brandboxx-Team.

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