Modegeschichte des 18. Jahrhunderts

Reformkleid
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Während die heimische Modewelt im Rahmen der Fashion Premiere erst kürzlich einen Blick „Zurück in die Zukunft“ warf, geht es nun wieder zurück in die Vergangenheit. Nach dem Dreißigjährigen Krieg und seiner zweckmäßig gehaltenen Mode entwickelte das späte 17. Jahrhundert bunte Vielfalt, die selbst Geschlechtergrenzen zu überschreiten vermochte. Im 18. Jahrhundert wurden entsprechende Strömungen aufgenommen und fortgesetzt, bevor es zu einem plötzlichen Bruch kam.


Was im letzten Jahrhundert gut war…

…ließ sich auch im einsetzenden Folgejahrhundert prima tragen. Die spätbarocke Mode zeichnete sich bei den Damen unter anderem durch das Fischbeinkorsett aus, das für eine schmale Taille sorgte, begleitet von weiten Röcken – aus Seide, mit Posamenten verziert – mit Mieder. Im Gegensatz dazu war das Oberteil sehr eng, ging in einen Überrock über und floss förmlich in eine Schleppe hinein, begleitet von einem möglichst weiten Dekolleté. Spitze Schuhe und aufgestecktes Haar rundeten das spätbarocke Outfit ab. Mann trug Langhaarperücke, begleitet von durchaus opulenten Accessoires. Der mit weiten Ärmeln ausgestattete Überrock Justaucorps gehörte ebenso zum guten Ton wie das weite, an den Knien zusammengehaltene Beinkleid Culotte und der Dreispitz am Kopf.

Abstecher ins Rokoko

Um 1720 setzte schließlich das Rokoko ein und brachte erste Veränderungen mit sich, welche wie ein letztes Aufbäumen der Opulenz wirkten. Deutlich hellere Farben – bei Frauen und Männern – trafen auf noch reichhaltigere Verzierung. Bei den Herren setzte sich der Trend zum Justaucorps fort, nun im Schoß durch den Einsatz eines Fischbeins geweitet. Darunter wurden die Hemden mit Spitzen verziert, die Westen hingegen kürzer und ärmellos bei zugleich engeren Hosen. Die Perücke trat ihren Rückzug an, das Haupthaar an sich blieb jedoch relativ lang. Reifröcke blieben der Damenwelt erhalten, wechselten Weite und Form fortan aber recht häufig. Der Hang zu mehr Verzierung erstreckte sich sogar bis zum Unterrock. Zusätzlicher Aufwand wurde überdies bei der Gestaltung der Frisuren betrieben. Accessoires, wie Schleifen und Blumen, erwiesen sich als patente Begleiter.

Klassischer Stil in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts

Ein größerer Umbruch erfolgte schließlich ab ca. 1750. Reiche Verzierungen und überaus bunte Kleidung verloren nach und nach an Bedeutung, ein neuer Hang zu Schlichtheit versuchte sich langsam aber sicher durchzusetzen. Entsprechend erfreuten sich deutlich dunklere Farben, wie Grau, Kastanienbraun und Karmesinrot, deutlich größerer Beliebtheit. Auch verabschiedete sich der Justaucorps langsam aber sicher. Stattdessen trug Mann einen Frack mit Röhrenärmeln und hochgestelltem Kragen zur Kniehose, begleitet von einem Überrock als Mantel. Zum Dreispitz gesellten sich der Zweispitz und der Zylinder als Alternative. In der Damenwelt wollte man von überweiten Röcken nun deutlich weniger wissen, einzig das Gesäß blieb etwas ausgepolstert. Stattdessen stellten Negligé-Gewänder das relativ lockere Alltagsoutfit dar. Zu den größten Neuerungen zählt das Caraco, ein ausgeschnittenes Oberjäckchen, über das im Ausschnitt ein Brusttuch getragen wurde. Tücher setzen sich generell als Überkleidung durch, begleitet von Hauben und Männerhüten. Mit dem aus Baumwolle gefertigten Chemisekleid und dem lockeren Reformkleid deuteten sich Richtung Jahrhundertwende erste modische Umwälzungen für das 19. Jahrhundert an.

Evolution und Revolution: Das 18. Jahrhundert zeigte sich auf modischer Ebene von seiner vielfältigen Seite. Wer heute echte Vielfalt vor allen anderen erleben möchte, besucht die Brandboxx-Fachmessen. Fachbesucher werfen einen Blick auf die kommenden Messetermine und reichen Ihre Akkreditierungsanfrage ein. Wer weiß, vielleicht zeigt sich eine dieser klassischen Modeerscheinungen schon bald als echter Retro-Trend wieder!

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