Modegeschichte des Mittelalters

Mode des Mittelalters
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Jahr für Jahr, Saison für Saison suchen Designer und Experten nach den heißesten Fashiontrends, nach dem „next big thing“, dem letzten Schrei für übermorgen. Im Laufe unserer Lebenszeit entwickelte sich die Mode rasant schnell weiter. Was gestern angesagt war, ist heute schon wieder out und feiert spätestens übermorgen ein umjubeltes Comeback. Doch wie war das eigentlich früher? Mode war immer schon wichtig und veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte auf faszinierende Weise, entwickelte sich von repräsentativer Gewandung für den Adelsstand zum Style-Indikator für alle. An Fashion für die Allgemeinheit war im Mittelalter jedoch noch nicht zu denken.


Byzantinische Anfänge

Von der mittelalterlichen Mode sind heute nur noch überwiegend bildliche Überlieferungen bekannt, die sich vornehmlich auf adelige Kleidung konzentrieren. Von niederen Ständen weiß man nur recht wenig. Im Frühmittelalter dominierten byzantinische Einflüsse die Modelandschaft. Deutlich römisch beeinflusst, gab sich die weitestgehend aus Leinenstoff gefertigte Kleidung recht lose und umhüllend. Höhere Stände und kirchliche Würdenträger konnten sich teure Seidenstoffe leisten, während die arme Bevölkerung vornehmlich in Wolle gehüllt war.

Reiche Männer und Frauen trugen im Frühmittelalter vor allem Tuniken, einzig Haartracht und Schmuck diente zur Unterscheidung. Mäntel, wie der mit einer Kapuze ausgestattete Überziehmantel Paenula oder das übergeworfene Sagum, durften ebenso wenig fehlen. Mit dem Erlass einer Kleiderordnung im Jahr 808, mit welcher Karl der Große das Kleidungsbudget jedes Bürgers festlegte, wurden etwaigen Bestrebungen zu modischen Weiterentwicklungen jedoch im Keim erstickt. Frankreich sah hingegen den Aufstieg der Bilaud in der höfischen Kleidung – ein körperbetontes Stück für beide Geschlechter, dessen Oberteil aus feinster Seide gefertigt wurde.

Burgundisches Hochmittelalter

Mit der einsetzenden Minnekultur im 11. Jahrhundert veränderte sich die mittelalterliche Mode noch weiter. Römische Tuniken rückten mehr und mehr in den Hintergrund, während körperbetonte Silhouetten bei Frauen und Männern – vor allem Minnesängern – sowie Ritterkleidung langsam aber sicher Einzug hielten. Ausgangspunkt dieser Entwicklungen war der burgundische Hof. Hier entwickelte sich beispielsweise die heute noch im Fasching getragene Hennin, eine nach oben spitz verlaufende Haube mit Schleier. Verheiratete Frauen mussten beim Kirchgang das mit einer weißen Binde an Kinn, Ohren und Oberkopf umschlossene Gebende tragen.

Neben der klassischen Ritterrüstung entwickelten sich seitlich geschlitzte, bis zu den Knöcheln reichende Obergewänder und die Schecke, ein kurzer Oberrock, zu den Hauptbestandteilen der männlichen Garderobe. Gleichzeitig erlebte das Schneiderhandwerk Mitte des 12. Jahrhunderts einen großen Aufschwung. Der Zuschnitt wurde entwickelt, um immer enger werdende Kleider entsprechend nähen zu können. Opulente Schnürungen und Verzierungen sowie bunte, leuchtende Farben gewannen an Bedeutung. Erst mit Ende des Mittelalters wurden die modischen Unterschiede größer. Während sich einerseits Nationaltrachten entwickelten, konnten nach und nach auch ärmere Bevölkerungsschichten an der Mode teilnehmen, trugen Wams oder Schecke.

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